Potsdam trauert um den OB, der den Neustart prägte

Die deutsche Flagge weht vor dem historischen Reichstagsgebäude unter einem strahlend blauen Himmel.

Potsdams früherer Oberbürgermeister Dr. Horst Gramlich ist am 26. Oktober 2026 im Alter von 88 Jahren in der Stadt gestorben. Er stand von 1990 bis 1998 an der Spitze der Landeshauptstadt und wirkte daran mit, nach der Wiedervereinigung die kommunale Selbstverwaltung neu aufzubauen. Oberbürgermeisterin Noosha Aubel würdigte seinen Einsatz und sprach seiner Familie, seinen Freunden und Wegbegleitern ihr Mitgefühl aus.

Gramlichs Amtszeit fiel in Jahre, in denen Potsdam Verwaltung, Infrastruktur und Stadtentwicklung neu aufstellen musste. Entscheidungen aus dieser Zeit betrafen unter anderem die Energieversorgung, die wirtschaftliche Entwicklung und die Erneuerung von Stadtteilen. Die Stadt hebt diese Vorhaben in ihrer Mitteilung zu seinem Tod als Grundlagen hervor, die bis heute nachwirken.

Wie Gramlich Potsdams Verwaltung nach 1990 mit aufbaute

Nach dem Ende der DDR musste Potsdam seine kommunale Selbstverwaltung neu organisieren und eine leistungsfähige Stadtverwaltung gestalten. Gramlich übernahm diese Aufgabe als Oberbürgermeister. An der Organisation der ersten freien Wahlen nach der Wende wirkte er nach Angaben der Stadt maßgeblich mit. Damit war seine Amtszeit nicht nur von einzelnen Bau- oder Infrastrukturprojekten geprägt, sondern auch vom Aufbau der kommunalen Strukturen, die die Stadt für ihre weitere Entwicklung benötigte.

Aubel erklärte, Gramlich habe in den bewegten Jahren nach der deutschen Wiedervereinigung Verantwortung übernommen und Potsdams Entwicklung mit Weitsicht geprägt. Sein Einsatz verdiene Anerkennung und bleibenden Respekt, sagte sie in ihrer Reaktion. Die Würdigung verbindet damit seine Arbeit in der Verwaltung mit den Veränderungen, die die Stadt in dieser Übergangszeit bewältigen musste.

Energieversorgung und Stadtwerke als Aufgaben der Zukunft

Ein Schwerpunkt seiner Amtszeit war die Energieversorgung. Gramlich trieb 1993 die Errichtung eines modernen Gaskraftwerks voran. Laut Stadt schuf die Entscheidung wichtige Voraussetzungen für die weitere Entwicklung der Versorgung und die wirtschaftliche Etablierung des Stadtwerke-Verbundes.

Potsdam trauert um den OB, der den Neustart prägte

Die Mitteilung ordnet das Kraftwerk als Teil eines größeren Umbaus ein: Potsdam musste seine Infrastruktur neu aufstellen und zugleich wirtschaftliche Grundlagen für die Zeit nach der Wiedervereinigung schaffen. Sie nennt jedoch keine weiteren technischen Einzelheiten oder Angaben zu den heutigen Folgen des Vorhabens. Belegt ist damit vor allem die Bedeutung, die die Stadt dieser Entscheidung für die damalige Entwicklung beimisst.

Bundesgartenschau und Erneuerung der Stadtteile

Gramlich setzte sich politisch dafür ein, die Bundesgartenschau nach Potsdam zu holen. Das Vorhaben stieß zunächst nicht überall auf Zustimmung; rückblickend beschreibt die Stadt es als wichtigen Impuls für die Stadtentwicklung.

Auch die Ausweisung von Sanierungsgebieten in der historischen Innenstadt und in Babelsberg sowie die Entwicklung des Bornstedter Feldes führt die Stadt als Grundlagen für Erneuerung und Wachstum an. Zusammen zeigen diese Beispiele, wie breit die Aufgaben der Stadtentwicklung während Gramlichs Amtszeit waren. Die Mitteilung liefert keine detaillierte Bilanz einzelner Maßnahmen, stellt sie aber in den Zusammenhang langfristiger Veränderungen im Stadtgebiet.

Potsdam nimmt Abschied

Aubel richtete ihre Anteilnahme an Gramlichs Familie, Freunde und alle, die ihm nahestanden. Die Mitteilung der Landeshauptstadt Potsdam nennt keine Angaben zu einer Trauerfeier oder Gedenkveranstaltung. Für Potsdamerinnen und Potsdamer bleibt vorerst die städtische Würdigung seiner Amtszeit der bestätigte öffentliche Bezugspunkt zum Abschied.

Quelle: State Capital Potsdam Press Releases

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